02/03. Sept. 2010
Kranfachtagung
Bochum
26.-29. Sept. 2010
ZES World
San Francisco/USA
07.-08. Okt. 2010
Fachtagung
Schüttgut-
fördertechnik
Garching/München
11.-12. Nov. 2010
Stahl 2010
Düsseldorf
Sept. 2007: Die voestalpine Grobblech GmbH stattet ihre Produktion in Linz, Oberösterreich, mit einem den Materialfluss optimierenden Lagerverwaltungs- und Logistiksystem aus. Um jederzeit den genauen Lagerort der bei voestalpine Grobblech produzierten Stahlbleche bestimmen zu können, setzt die als Generalunternehmer beauftragte ABF Industrielle Automation GmbH auf eine neue Radar- Ortungstechnologie der Münchener Symeo GmbH. Das patentierte Local Positioning Radar (LPR) der Münchner erfasst präzise, wo die riesigen Lastkrane die Produkte aufnehmen und ablegen und meldet diese Informationen sofort an die Computer der Lagerverwaltung. Dabei sind die Systeme völlig wartungsfrei und unempfindlich gegen Verschmutzung. In der ersten Projektphase, die die nahtlose Integration sämtlicher Komponenten des neuen Logistiksystems sicherstellen soll, wird im September der erste Lastkran mit Local Positioning Radar im Echtbetrieb eingesetzt. Im folgenden Projektschritt sollen sieben weitere Krane bis Ende des Jahres mit LPR-Technologie in das neue System eingebunden werden. Ziel der neuen Lagerverwaltung und -logistik ist es, durch die transparente Lagerung unnötige Transportwege zu reduzieren und die Termintreue in der Produktion weiter zu steigern.

In den Lagerhallen der voestalpine Grobblech GmbH sorgen Lastkrane für den Transport und die Lagerung der riesigen Stahltafeln und Grobbleche, die im Werk für verschiedenste Kunden und in unterschiedlichsten Qualitäten produziert werden. Das neue Lagerverwaltungs- und Logistiksystem wird dank der präzisen Funkmesstechnik die Lagerposition dieser Bleche auf wenige Zentimeter genau nachvollziehbar machen und eine transparente Einzelstückverfolgung im Werk ermöglichen. „Um eine verbesserte Transparenz im Lagerbereich, einen optimierten Materialfluss und eine Verbesserung der Termintreue zu erreichen, ist die exakte und verlässliche Erfassung der Kranbewegungen von elementarer Bedeutung", erklärt Andreas Fröschl aus der Produktion Steuerung im Bereich Grobblech Adjustage bei der voestalpine Grobblech GmbH. „Für das von uns geplante IT-gestützte Krankoordinatensystem im Grobblechlager haben wir deshalb nach robusten Komponenten, mindestens nach Schutzart IP 65, gesucht, die eine Erfassung der Kranpositionen in allen Hallen mit einer maximalen Abweichung von ± 10 Zentimetern ermöglichen", so Andreas Fröschl weiter. „Ein besonderes Augenmerk wurde bei diesem Projekt immer auf die Art und Weise der Ermittlung der Koordinaten gelegt. Mit der richtigen und zuverlässigen Positionsermittlung steht und fällt das ganze Vorhaben. Nach vielen Gesprächen und Diskussionen haben wir uns letztendlich für Symeo LPR entschieden, da wir der Meinung sind, mit dieser Technologie die von uns geforderte Genauigkeit und Zuverlässigkeit zu erreichen. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Wartungs- bzw. Serviceaufwand." Das im September durchgeführte Projekt umfasst den Einsatz des Symeo LPR an einem Lastkran. Damit soll die Positionsbestimmung und die Anbindung an das neue Lagerverwaltungs- und Logistiksystem unter sämtlichen Einsatzbedingungen gewährleistet werden. Die voestalpine Grobblech GmbH und ihr Realisierungspartner ABF Industrielle Automation GmbH wollen in der folgenden Projektphase den Bereich „Adjustage" in mehreren Hallen mit einer durchgängigen Logistiklösung ausrüsten. Dies umfasst die Integration sieben weiterer Lastkrane mit LPR-Technologie bis Ende des Jahres.
Prozesssichere Logistikkette durch indirekte Gütererfassung
Die Sensorik von Symeo ermöglicht die Erfassung der genauen Krankoordinaten - und damit indirekt den Lagerort der Stahlprodukte: Eine am Mittelpunkt der Krankatze angebrachte LPR-Basisstation empfängt permanent individuell codierte Funksignale von LPR-Transpondern, die in der Halle angebracht sind. Durch die exakte Laufzeitmessung kann die Basisstation selbst unter rauesten Umgebungsbedingungen mehrmals in der Sekunde eine zentimetergenaue Positionsbestimmung durchführen und die aktuellen Koordinaten an das Materialverfolgungssystem übergeben. Der Lagerort jedes einzelnen Stahlproduktes wird genau erfasst - auch wenn diese an- und übereinander gelagert werden. „Neben der zuverlässigen und präzisen Erfassung ist die Wartungsfreiheit eines der ausschlaggebenden Kriterien für das Symeo LPR", beschreibt Edgar Brunnthaler, Projektleiter bei der für die Systemintegration verantwortlichen ABF Industrielle Automation GmbH. „Das LPR von Symeo erfüllt alle diese Merkmale. Selbst unter rauen Umgebungsbedingungen arbeitet das LPR zuverlässig und verschleißfrei. Das könnten zum Beispiel Systeme mit Absolutwertgeber oder optische Messsysteme nicht leisten." Auf der nun geschaffenen Basis können künftig optimierte Transportanweisungen für die Kranführer generiert werden und die automatisierte Positionserfassung ermöglicht eine vom Kranführer unabhängige Materialflussverfolgung.
Zuverlässige Positionserfassung mit höchster Messgenauigkeit
„Von der technischen Funktionsweise ähnelt unser LPR der GPSSatellitennavigation", illustriert Symeo-Geschäftsführer Christoph Rommel. „Jedoch gibt es einen gravierenden Unterschied: GPS-Satelliten kreisen in einer Höhe von über 20.000 Kilometern." Bei dem LPR-System übernehmen in der Halle festinstallierte Transponder die Aufgabe als Positionsgeber. Anzahl und Signalstärke sichern eine extrem hohe Verfügbarkeit des Signals und eine entsprechend schnelle Positionsbestimmung. Zudem löst die patentierte Technik des Symeo Local Positioning Radars das Problem, selbst auf kürzeste Entfernung zwischen Transpondern und Basisstation aus der Laufzeit der rund 300.000 Kilometer pro Sekunde schnellen Funkwellen exakte Distanzen zu ermitteln.
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